SPNV in Debatte integrieren

„Nachdem die Mehrheit im Kreistag Mainz-Bingen den Antrag zu einer Machbarkeitsstudie  einer Rheinquerung am konkreten Standort zwischen Bingen und Rüdesheim abgelehnt hat, da dort eine Umweltverträglichkeit nach vorliegenden Gutachten nicht gegeben ist, muss die Debatte aus unserer Sicht sowohl inhaltlich als auch räumlich weiter gefasst werden“, erklärt SPD-Pressesprecher Sebastian Hamann. Daher beantragen die Binger Sozialdemokraten für die kommende Ratssitzung die Verabschiedung einer Resolution mit dem Ziel einer zukunftsfähigen Verkehrsinfrastruktur im westlichen Rhein-Main-Gebiet. „Wir wollen gezielt auch den Schienenpersonennahverkehr in die Debatte mit einbeziehen, da wir hier großes Potenzial sehen und der Bahnverkehr bisher in der Diskussion zu sehr vernachlässigt wurde“, betont Hamann. Eine kommunale Lösung lehnen die Sozialdemokraten nach wie vor ab. „Eine Verantwortung sehen wir weiterhin auf der Bundesebene“, erklärt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Philipp Staudinger. Vor Ort gelte es jedoch Vorschläge zu erarbeiten und um eine breite Akzeptanz in der Bevölkerung zu werben. „Wir möchten alle Möglichkeiten geprüft wissen, um das Ziel einer verbesserten Infrastruktur zu erreichen“, unterstreicht der SPD-Fraktionsvorsitzende Michael Hüttner MdL.

Die Resolution im Wortlaut:

Das stetig wachsende Verkehrsaufkommen, insbesondere im Pendler- und Individualverkehr im Großraum des Rhein-Main-Gebiets, machen eine weitere Rheinquerung zwischen Bingen und Mainz unabdingbar. Um auch in Zukunft eine adäquate Infrastruktur im Interesse der Wirtschaft, Arbeitnehmer und Menschen, die in der Region leben, sicherzustellen, besteht dringender Handlungsbedarf.

Bei der Suche nach einer tragbaren Lösung dürfen daher keine Alternativen ausgeschlossen und der Blick nicht eingeschränkt oder verengt werden. Wir appellieren deshalb für eine umfassende Prüfung aller Möglichkeiten einer Rheinquerung zwischen Bingen und Mainz, die sowohl Brücken wie auch Tunnel einschließt und sowohl eine Bundesstraße/Bundesautobahn, eine Eisenbahnstrecke sowie eine kombinierte Lösung aus Straße und Schiene beinhaltet. Dabei gilt es insbesondere die bestehende Bahninfrastruktur der Nordbrücke in Mainz in die Betrachtung mit einzubeziehen.

Da langfristig die hohen Verkehrsströme im Rhein-Main-Gebiet nur durch den gezielten Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehrs, namentlich des Schienenpersonen-nahverkehrs (SPNV), entlastet und mitgetragen werden können, soll explizit der Eisenbahnverkehr in die Prüfung integriert werden. Zwar besteht auch auf den Bahnstrecken rechts und links des Rheins zur Zeit ein massives Kapazitätsproblem, dieses ist aber mittel- bis langfristig mittels einer Alternativtrasse für den Schienengüterverkehr zu lösen. Im Gegensatz dazu werden höhere Kraftfahrzeugzahlen auf der B42 im Rheingau auf Teilabschnitten auch langfristig enorme Probleme bringen. Eine Alternativroute für den Fahrzeugverkehr ist örtlich schwierig zu realisieren.

Eine zusätzliche Rheinquerung im Bahnverkehr ermöglicht eine Ausweitung des S-Bahn- und Regionalexpress-Netzes im westlichen Rhein-Main-Gebiet. So ist eine Linie zwischen Bad Kreuznach – Bingen – (Ingelheim/Rheingau) – Wiesbaden – Frankfurt vorstellbar. Auch eine derzeit nicht bestehende Direktverbindung nach Wiesbaden wäre möglich. Damit wäre das Nadelöhr Mainz Hbf entlastet ohne die Bahnlinien Frankfurt – Mainz – Ingelheim – Bingen – Koblenz sowie Frankfurt – Mainz – Ingelheim – Bad Kreuznach – Saarbrücken negativ zu tangieren. Für eine Stärkung des SPNV gilt es weiterhin ein drittes Gleis zwischen Gau-Algesheim und Mainz in die Prüfung mit einzubeziehen.

Im Sinne einer nachhaltigen Lösung, die sowohl dem Umwelt- und Landschaftsschutz sowie den Menschen, aber auch den künftigen Anforderungen an die Verkehrsinfrastruktur gerecht wird, müssen alle Möglichkeiten einer Rheinquerung für den Fahrzeug- wie auch den Schienenverkehr ausführlich untersucht werden ohne eine räumliche und inhaltliche Einschränkung. Ein attraktives und sicheres Verkehrsnetz mit ausreichenden Kapazitäten gerade im Pendlerverkehr muss das langfristige Ziel sein.

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