Durch die Einrichtung des Coronaschwerpunktes im Heilig-Geist-Hospital Bingen, ist eine temporäre Schließung der Bereitschaftspraxis nachvollziehbar um Infektionsrisiken zu vermeiden. Nicht nachvollziehbar hingegen ist, dass die Wiedereröffnung infrage steht.
Die Bereitschaftspraxis stellt nicht nur die Versorgung der rund 26.000 Einwohner in Bingen, sondern auch die Versorgung eines weiten Einzugsgebietes sicher. Insbesondere für die Bewohner des Rheintals wäre eine dauerhafte Schließung vollkommen inakzeptabel. Auch die Bereitschaftspraxen in Bad-Kreuznach und Boppard stellen keine Alternative dar.
Insbesondere für die älter werdende Bevölkerung mit oftmals eingeschränkter Mobilität sind die größeren Entfernungen nicht zumutbar. Patienten aus Niederheimbach werden in Zukunft beispielsweise statt 14 Minuten nach Bingen, 28 Minuten nach Ingelheim oder 30 Minuten nach Emmelshausen fahren müssen. Patienten aus Bingerbrück werden bei einer Schließung knapp 20 Minuten bis zur nächsten Bereitschaftspraxis fahren müssen. Bei Anreise mit dem ÖPNV noch um einiges länger.
Diese deutliche Verschlechterung in der ambulanten Versorgung wird dazu führen, dass in Zukunft noch mehr Menschen ohne echten Notfall die Notaufnahme des Krankenhauses anfahren werden. Dies führt auch für schwere Fälle zu einer deutlichen Verschlechterung der Versorgung.
Es ist vollkommen unverständlich, dass die Kassenärztliche Vereinigung in einer Region, die deutliche Einwohnerzuwächse zu verzeichnen hat, offenbar die dauerhafte Schließung einer Bereitschaftspraxis plant.

„Wir fordern die Kassenärztliche Vereinigung auf, ihrem gesetzlichen Auftrag – der Sicherstellung der flächendeckenden ambulanten ärztlichen Versorgung – nachzukommen. Wir fordern ein deutliches Bekenntnis der KV zum Fortbestand der Bereitschaftspraxis in Bingen nach der Coronakrise.“, formulieren die SPD-Fraktionsvorsitzenden Daniel Baldy (VG-Rhein-Nahe) und Philipp Staudinger (Bingen) ihre Forderung an die KV.
„Wir werden in den kommenden Tagen den Schulterschluss mit den anderen politischen Parteien in der Region suchen, um ein deutliches Signal an die KV zu senden. Unsere Region wird für die Bereitschaftspraxis in Bingen kämpfen.“, kündigen die beiden SPD-Fraktionsvorsitzenden an.

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